Pflegegrade – kompakt und informativ

Aus Pflegestufen wurden Pflegegrade

Pflegegrade 1 bis 5 – so verstehen und beantragen Sie richtig, um die gewünschte Leistung der heutigen Pflegestufen zu erhalten

Was früher in drei Pflegestufen unterteilt war, ist heute erweitert in die Pflegegrade 1 bis 5 unterteilt. So können die einzelnen Grade besser eingeteilt werden. Die einzelnen Schritte zwischen den verschiedenen Graden sind nicht mehr so einschneidend groß und gehen fließender ineinander über, als dies früher bei den bekannten Pflegestufen der Fall war. So waren früher die Patienten in Pflegestufe 3 bereits ein bettlägeriger Fall und mussten rund um die Uhr betreut werden. Ein Patient mit heutigen Pflegegrade 3 hingegen kann vieles noch selbstständig erledigen und ist auch nicht als bettlägerig einzustufen. Was die Änderung bedeutet und wie die heutigen Pflegegrade 1, Pflegegrade 2, Pflegegrad 3, Pflegegrade 4 und Pflegegrad 5 aufgebaut sind erklärt der folgende Artikel.

Die früheren Pflegestufen durch Pflegegrade 1 bis 5 ersetzt:

Pfelgegrade

Ging es bei der Einstufung in die drei Pflegestufen noch um den zeitlichen Aufwand, den eine pflegende Person hatte, um dem Patienten zu helfen, ist dies heute nicht mehr das Kriterium. Die Pflegegrade 1, Pflegegrade 2, Pflegegrad 3, Pflegegrade 4 und Pflegegrad 5 richten sich hierbei mehr nach dem Grad der Selbstständigkeit.

Diese Änderung wurde vor allem daher vorgenommen, damit psychisch Erkrankte und Menschen mit Demenz die gleichen Pflegeleistungen erhalten können, wie dies bei körperlich beeinträchtigen Pflegedürftigen der Fall ist.

So werden die Pflegegrade 1 bis 5 (Pflegestufen) definiert

Mit der Änderung zu den neuen Pflegegrade 1, Pflegegrade 2, Pflegegrad 3, Pflegegrade 4 und Pflegegrad 5 wurde auch ein neues Begutachtungssystem, das neue Begutachtungsassessment NBA hinzugezogen. Hierbei wird der Grad der Selbstständigkeit überprüft, damit die Pflegebedürftigkeit in den entsprechenden Pflegegrad 3 ähnlich früher Pflegestufe 2 oder einen anderen eingeteilt werden kann.

So werden die Pflegegrade 1 bis 5 heute in einem neuen Prüfungsverfahren ermittelt, bei dem es sechs Module gibt, die unterschiedlich gewichtet sind.

Die Punkteverteilung für die verschiedenen Pflegegrade 1 bis 5 (frühere Pflegestufen) sieht hierbei wie folgt aus:

Für eine Selbstständigkeit mit geringer Beeinträchtigung für die Pflegegrade 1 werden mindestens 12,5 Punkte benötigt. Die Grenze liegt hier bei 27 Punkten.

Bei einer erheblichen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit wird der Patient in die Pflegegrade 2 mit den Punkten von 27 bis 47,5 eingestuft.

Wenn die Selbstständigkeit bereits schwer beeinträchtigt ist, greift der Pflegegrad 3 mit 47,5 bis zu 70 Punkten. Hier trat früher die Pflegestufe 2 in Kraft.

Pflegegrade 4 werden mit 70 bis 90 Punkten alle Patienten eingeordnet, bei denen eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit besteht. Auch die Pflegegrade 4 können mit der früheren Pflegestufe 2 verglichen werden.

Die letzte Einstufung ist der Pflegegrad 5 in dem vor allem an die pflegerische Versorgung besondere Anforderungen gestellt werden, die Selbstständigkeit ist hierbei schwerst beeinträchtigt. Dieser Grad greift bei 90 bis100 ermittelten Punkten.

Wozu werden die Pflegegrade 1 bis 5 (Pflegestufen) benötigt?

Wer Leistungen der Pflegeversicherung erhalten will, etwa weil Hilfe zum Leben in den eigenen vier Wänden benötigt wird, der muss eine Bewilligung für die Pflegegrade 1, Pflegegrade 2, Pflegegrad 3, Pflegegrade 4 oder sogar Pflegegrad 5 hierfür erhalten. Diese entsprechen den früheren Pflegestufe. Entsprechend des Hilfebedarfs erhält der Patient dann zum Beispiel den entsprechenden Pflegegrad 3 oder sogar den Pflegegrad 5. Um diese Leistungen in Anspruch nehmen zu können, muss ein Antrag bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Diese arbeitet eng mit der jeweiligen Krankenkasse zusammen, bei der der Patient eingetragen ist. Dies gilt für alle gesetzlichen und auch privaten Krankenkassen. Daher ist es einfach, die jeweilig zuständige Pflegeversicherung für sich selbst zu finden.

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Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege

Wie werden die Pflegegrade 2 bis 5 (Pflegestufen) beantragt?

Für den Antrag wird kein Formular benötigt, er muss auch nicht schriftlich eingereicht werden. Hier reicht ein formloser Antrag. So können Sie einfach bei der Pflegeversicherung der zuständigen Krankenkasse anrufen und um einen Termin zur Prüfung bitten. Oftmals sind es aber auch die Hausärzte die sehen, dass ein Patient eventuell Hilfe benötigt und dann einen Antrag bei der Pflegeversicherung für einen eventuell höheren Pflegegrad 3 oder auch Pflegegrad 5 stellen. Damit dieser telefonische Antrag nicht untergeht ist es jedoch besser, einen schriftlichen Antrag zu stellen, der auch per E-Mail möglich ist. So kann im Fall von eventuellen Unstimmigkeiten alles besser nachvollzogen werden. Wichtig ist, dass der Antrag im Namen oder vom Pflegebedürftigen selbst gestellt wird.

Wichtig zu wissen ist bei einem Antrag auf die Pflegerade 2 oder auch auf eine Höherstufung in die Pflegegrade 4 oder auch den Pflegegrad 3 oder Pflegegrad 5, dass die Leistungen aus einer Pflegekasse nie rückwirkend erbracht werden. Hier gilt immer das Datum, zu dem der Antrag gestellt wurde. Allerdings gilt hier auch die Antragsstellung am Ende eines Monats, um die Leistungen dann für den gesamten Monat ebenfalls noch zu erhalten. Das aber immer unter dem Aspekt, dass die Pflegebedürftigkeit auch schon am Anfang des Monats bestand. Wird ein Pflegegrad 3 zum Beispiel aufgrund eines Unfalls in der Mitte des Monats beantragt, wird auch nur ab diesem Zeitpunkt das Pflegegeld fällig.

In vielen Städten oder Gemeinden gibt es mittlerweile sogenannte Pflegestützpunkte, die bei der Beantragung der gewünschten Pflegegrade 2, Pflegegrad 3, Pflegegrade 4 oder Pflegegrad 5 helfen. Auch bereits beauftrage Pflegedienste helfen bei der Beantragung für die Erhöhung des bislang ermittelten Pflegegrades auf Pflegegrade 2, Pflegegrad 3, Pflegegrade 4 oder Pflegegrad 5. Denn oft sehen die Pfleger, die in die Haushalte kommen eher, ob der Pflegegrad eines Patienten angebracht ist oder ob dieser einer erweiterten Betreuung bedarf.

So werden die Punkte für die Pflegegrade 2, Pflegegrade 4 oder Pflegegrad 5 und auch die anderen Pflegestufen gemäß NBA ermittelt:

Wie gut ist der Patient in der Lage, selbst eine bestimmte Haltung einzunehmen sich zu bewegen und selbstständig zu gehen?

Kann der Patient Orte, Dinge oder Personen selbstständig erkennen, ist die Fähigkeit der Kommunikation und der Erinnerung an Ereignisse noch gegeben?

Zeigen sich auffällige Verhaltensweisen oder Aggressivität?

Ist der Patient in der Lage, selbstständig zu essen oder zu trinken, kann er sich alleine anziehen und ohne Hilfe die Toilette aufsuchen?

Hier wird bewertet, wie weit ein Patient Verbände selbst wechseln, sich den Blutdruck messen und Medikamente einnehmen kann.

Wird der Tagesablauf selbstständig gestaltet, wird mit Personen aus dem Umfeld interagiert?

Für die Begutachtung für die Pflegegrade 1, Pflegegrade 2, Pflegegrad 3, Pflegegrade 4 oder den Pflegegrad 5 wird ein Termin mit der zuständigen Stelle vereinbart, die die Fragen übernimmt und im eigenen Ermessen aufgrund des sich hier bietenden Eindrucks die Punktevergabe, wie oben bereits beschrieben, vergibt. Danach wird anhand der Prozentwerte errechnet, welche Pflegestufen ein Patient erreicht hat.

Wurden Pflegegrade 2, Pflegegrade 4 oder Pflegegrad 5 bewilligt, kann der Patient sich entscheiden, ob er von einem Familienmitglied, einem Hauspflegedienst oder aber im Alten/Pflegeheim gepflegt werden möchte.

Wurden zum Beispiel Pflegegrade 2 ermittelt, die nichts mehr mit der früheren Pflegestufe 2 gemein haben, dann kommt der Pflegedienst zweimal täglich, meist vormittags und abends vorbei, um beim An- und Ausziehen oder auch der Medikamentenvergabe zu helfen. Es kann auch Hilfe beim Putzen oder Einkaufen gewährt werden.

Fazit:

Die Pflegegrade sind heute ein wenig besser eingeteilt, als dies früher der Fall war. Denn bereits wer nur ein wenig eingeschränkt ist und zum Beispiel Hilfe im Haushalt benötigt kann den Pflegegrad 1 erhalten und die Pflege hier einem Angehörigen überlassen, dem das Pflegegeld hierfür dann ausbezahlt wird. Je hoch die Einstufung ist, desto mehr Pflegegeld wird auch bewilligt. Wenn Sie oder ein Angehöriger in ein Alten/Pflegeheim ziehen wollen und keine Mehrkosten aufwenden müssen, dann wird auf jeden Fall der Pflegegrad 2 oder auch höher wie Pflegegrade 4 benötigt.

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